Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Ein Tag für die Freiheit im Denken und Spotten". Robert Streibel, Historiker und Direktor der Volkshochschule Hietzing, zum 80. Todestag von James Joyce, an dessen "Ulysses" er drei Mal gescheitert ist, bevor er zu Ende gelesen hatte In seinem "Ulysses" schildert James Joyce, dessen Todestag sich am 13. Jänner zum 80. Mal jährt, einen Tag im Leben des Anzeigenverkäufers Leopold Bloom. Es ist ein Tag für die Freiheit des Denkens und Spottens. James Joyce ist nichts heilig, auch nicht die Religion und damit hat er eine Wegmarke gesetzt. Als Ire wurde er in einem von Jesuiten geführten College erzogen und wandte sich bereits mit 16 Jahren vom Katholizismus ab. An der Religion hat er sich abgearbeitet. Von manchen wurde und wird dies als Blasphemie gesehen. Doch gerade jene, die der Kirche nahestehen, können die Bezüge erkennen. Die Frage bleibt, ob nicht gerade die Distanzierung und Kritik besser sind als Gleichgültigkeit, überlegt in seinen "Gedanken für den Tag" Robert Streibel, Direktor der VHS-Hietzing und Historiker mit dem Schwerpunkt Widerstand, Shoa und Exil. Er liebe Bücher, die sich nicht beim ersten Mal Lesen erschließen, so Streibel, an "Ulysses" sei er drei Mal gescheitert, bevor er es zu Ende gelesen hatte.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Hans Georg Nicklaus. Ein stürmisches Cellokonzert, ein resignierter Sänger und einer der vielen Jugendstreiche Mendelssohn-Bartholdys. Da schreibt jemand an seinen komponierenden Sohn: "Die Capricen und schlechten Gewohnheiten des Beethoven hast Dir bereits alle angewöhnt ..., raffe dich auf, arbeite und entbehre." Aber wozu denn aufraffen? Capricenkunst und Komponieren wie Beethoven - was will man mehr?

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Der Geologe Christoph Spötl erforscht Höhlenablagerungen, die wichtige Teil 4: Probensuche in alpinen Tropfsteinhöhlen Gestaltung: Thomas Thaler Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde klar, dass es im Alpenraum im Verlauf der Erdgeschichte zu großen Veränderungen gekommen ist. Irgendwann in grauer Vorzeit musste es gewaltige Gletscher gegeben haben. Lange Zeit war es nicht möglich zu sagen, wie lange diese "Eiszeiten" zurückliegen. Mit den gängigen Methoden der Geologie, die sich vor allem auf das Vorkommen bestimmter Fossilien in unterschiedlichen Schichten stützten, ließen sich nur relative Zeitbezüge herstellen. Für die Eiszeiten gab es um 1900 erste Hinweise aus astronomischen Berechnungen, die Veränderungen in der Sonneneinstrahlung darstellten. Doch erst nach dem 2. Weltkrieg, als es mit Hilfe physikalischer Methoden gelang, Proben auf ihren Gehalt an Radioisotopen zu untersuchen, begann man die Erdgeschichte mit absoluten Daten zu versehen. Die Methoden wurden immer weiter verfeinert. Für die jüngsten Zeitabschnitte gibt es inzwischen eine große Anzahl von Möglichkeiten, um Proben mit zunehmender Präzision zu datieren. Für die Klimageschichte der Erde gelten die Eisproben aus Grönland und der Antarktis als die wichtigsten Archive. Am Institut für Geologie der Universität Innsbruck werden seit 20 Jahren Tropfsteine und Höhlensinter untersucht. Manche Höhlen bieten über Jahrtausende konstante Bedingungen, und die Kalkablagerungen, die dort über lange Zeiträume entstehen, bilden ein wertvolles, gut geschütztes Archiv. Die Beschäftigung mit diesem Archiv hat inzwischen reichlich Früchte getragen. So lässt sich das Alter der Proben für die Periode vor 12.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging, inzwischen mit einer Genauigkeit von 20 bis 40 Jahren bestimmen. Das erlaubt einen genauen Blick auf jenen Zeitabschnitt, in dem sich das Klima auf der Erde das letzte Mal dramatisch verändert hat. Die Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden, helfen vielleicht dabei, die aktuelle Entwicklung des globalen Klimas besser zu verstehen.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Problemfall: Pensionen

Gerechte Versorgung im Alter (4). Gestaltung: Johannes Gelich Sie sind die wohl größte Errungenschaft des Wohlfahrtsstaates: die Pensionen und das System der Alters- und Pflegeversicherung. Doch so selbstverständlich wie die staatliche Altersvorsorge heute für jedermann ist, so lange hat die Implementierung des Rechtsanspruches auf Pensionen gedauert: bis ins 20. Jahrhundert hinein existierte auf dem Land in Österreich noch das sogenannte Einlegerwesen, bei dem alte und gebrechliche Knechte für einige Tage bei Bauern unterkamen und von diesen verpflegt wurden. Dabei waren sie jedoch ganz der Willkür und sozialen Ader der Bauern ausgeliefert. Und auch die Bediensteten, Arbeiter und Knechte der Großgrundbesitzer waren ganz dem Gutdünken und dem Schutz ihrer Schirmherren ausgeliefert. Erst mit Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II. wurde zunächst für ehemalige Soldaten eine Form der Invalidenrente und für Beamte eine Versorgung im Fall von arbeitsbedingter Arbeitsunfähigkeit eingerichtet. Die österreichischen Arbeiter mussten gar bis 1938 auf eine gesetzliche Alters- und Invalidenversicherung warten, die im Zuge des Anschlusses an Deutschland nach deutschem Recht eingeführt wurde. 80 Jahre später scheint das österreichische Pensionssystem die historischen Defizite abgelegt zu haben und eine gerechte Altersversorgung für alle anzubieten. Doch der Schein trügt: Gerade Frauen sind durch ihre unbezahlte Arbeit bei Pflege und Kinderbetreuung gegenüber Männern im Nachteil. Sie verdienen fast 40% weniger als Männer, arbeiten vermehrt in Teilzeit und bekommen dementsprechend weniger Pensionen. Vor allem der demographische Wandel und die steigende Lebenserwartung lassen heute einige Kritiker an der Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit des österreichischen staatlichen Pensionssystems zweifeln, das zu den teuersten der Welt gehört. Waren im Jahr 1980 noch zwei von zehn Einwohnern über 65, sind es heute 3 von zehn. Im Jahr 2060 werden beinahe 60% aller Einwohner Österreichs über 65 Jahre als sein. Das führe unweigerlich zu einem finanziellen Kollaps des Systems, wenn es nicht zu einschneidenden Reformen käme, meinen Kritiker. Das Pensionssystem ist finanzierbar, wichtige Reformen seien bereits eingeleitet worden, meinen dagegen andere Experten. Nicht zuletzt durch die Corona-Krise sind die Herausforderungen für den österreichischen Wohlfahrtsstaat und sein Pensionssystem jedoch gewaltig: durch die gestiegene Arbeitslosigkeit und die fehlenden Sozialversicherungsbeiträge klafft im Budgethaushalt ein Milliardenloch. Ob am Ende des Tages die Zeche zwischen alt und jung gerecht aufgeteilt werden wird, darf bezweifelt werden. Denn für die Politiker einer alternden Gesellschaft wird ein Leitsatz immer wichtiger: "Ohne Pensionisten gewinnen Sie keine Wahlen!"

09.30 Uhr
Radiokolleg - Körperwahrnehmung und Selbstkonzept

Wie das Körperbild unser Handeln beeinflusst (4). Gestaltung: Margarethe Engelhardt Wenn ein zweijähriges Kind den Ball mit seinem Fuß ins Rollen bringt, dann folgt diese Handlung einer Vorstellung von dem, wie sein Körper sich bewegt und was er bewirkt. Unser Körperbild bestimmt den Kontakt zu unserer Umwelt und zu unseren Mitmenschen. Bereits mit den ersten Regungen im Mutterleib erspürt der Embryo die Grenzen seines werdenden Körpers. In den ersten Lebenswochen setzt das Neugeborene in kleinen, zarten Bewegungen nahezu ununterbrochen sich zu seiner Umwelt in Beziehung. Noch wird der wärmende und beschützende Arm von Mutter und Vater als Teil des eigenen Körpers erlebt, bis sich mit jedem weiteren Lebensmonat die Vorstellung davon festigt, wie der eigene Körper funktioniert. Unser Körperbild wird ständig überformt und ausdifferenziert. Räumliches wie serielles Denken, Mathematik wie Musik sind unmittelbar mit unserem Körperbild verknüpft. Es prägt unsere Bereitschaft zur Exploration, der Entdeckerfreude wie unser Selbstvertrauen. Wird durch Unfall, Krankheit oder Operation das Körperbild eines Menschen irritiert, setzen Physiotherapeuten mit unterschiedlichen Methoden an, um das Körperbild des Patienten mit seinen Möglichkeiten wieder zu harmonisieren.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Der Erneuerer der Kirchenmusik

Giovanni Pierluigi da Palestrina und der Vatikan (4). Gestaltung: Christina Höfferer Klarheit, bei aller polyphonen Meisterschaft und emotionale Ausdruckskraft bei gleichzeitiger höchster thoretischer Kunstfertigkeit -das sind Eckpfeiler der Kompositionskunst von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Im Rom des 16. Jahrhunderts war Palestrina der richtige Mann am rechten Ort, hatte doch gerade der humanistische Philosoph und Theologe Erasmus von Rotterdam über den musikalischen Geschmack der ranghöchsten Kleriker gelästert: "Was denken die von Christus, wenn sie glauben, dass dieser sich an einem solchen Stimmengewirr erfreuen würde?" Ein wildes Gezwitscher erklang zu jener Zeit in den Kirchen, befand Erasmus. Die verschiedenen Stimmen der Chöre verschmolzen zu einem ununterscheidbaren Klangteppich, bei dem vor lauter virtuosen Verzierungen kein Wort der Messen und geistlichen Texte mehr zu verstehen war. Spektakel- und Unterhaltungsmusik rankte sich am Rande der Messen umso profane Themen wie Liebesleid oder Heldenruhm von Fürsten. Doch da kam Palestrina und stellt die Musik ganz in die Dienste der Vertonung, übrigens nicht nur geistlicher Texte. Der Palestrina-Stil wurde in den folgenden Jahrhunderten in ganz Europa zum Modell für idealtypische Kompositionen, sowie für harmonische Perfektion im Sinne einer neoplatonischen Philosophie. Über hundert Messen, mehr als dreihundert Motetten und zahlreiche Offertorien, Hymnen und Magnificatvertonungen flossen aus der Feder Palestrinas und fanden mittels der damals neuen Drucktechnik Verbreitung. Der kleinen Ort Palestrina un der Nähe von Rom ruht auf den Grundmauern eines antiken Heiligtums. Und auch der nach diesem Ort benannte Giovanni Perluigi berief sich für seine Musik auf alte Wurzeln - den einstimmigen christlichen Kirchengesang, der heute als gregorianischer Choral bekannt ist. Er wurde in einem Heiligen Jahr, 1525, geboren. Karrierehöhepunkte Palestrinas waren die Leitung der päpstlichen Cappella Giulia und der Cappella Sistina. Er musizierte in der Lateranbasilika ebenso wie in Santa Maria Maggiore. Als man im Zuge der tridentinischen Kirchenreform über die Abschaffung der polyphonen Musik im sakralen Bereich debattierte, wurde Palestrina zu Rate gezogen. Dieser schrieb daraufhin die Missa Papae Marcelli, eine in jeder Hinsicht perfekte Musik, mit der er überzeugte, dass komplexe Vielstimmigkeit und klare Spiritualität vereinbar sind. Giovanni Pierluigi da Palestrina war eine öffentlich berühmte Gestalt, viel bewundert und umworben von mehreren Fürstenhöfen, darunter auch vom habsburgischen Kaiserhaus in Wien. Allerdings verhinderten die Gehaltsforderungen des selbstbewussten Mannes einen Jobwechsel von Rom nach Wien.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ausgewählt

mit Nina Polaschegg Die Brüder und Spezialisten für Alte Musik Lorenzo und Vittorio Ghielmi Zwei italienische Brüder, die sich auf Entdeckungsreisen begeben und Alte Musik neu zum Leben erwecken. Lorenzo Ghielmi ist studierter Organist und Musikwissenschafter, aber auch Cembalist und Dirigent. Wissenschaftliche Forschung kombiniert mit aktiver Erprobung und klangliche Umsetzung des Gefundenen. Das ist seine Leidenschaft, die er zuweilen auch mit seinem Bruder zusammen musizierend teilt. Vittorio Ghielmi ist Gambist und leitet neben seiner Solotätigkeit ein eigenes Ensemble. In seinen Forschungen als Musiker ist er dem historischen Klang auf der Spur und bringt immer wieder überraschende Ergebnisse zum akustischen Leuchten.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Der Läufer". Von Don DeLillo. Aus dem Englischen von Frank Heibert. Es liest Hans Piesbergen "Irgendetwas stimmte nicht da hinten, hinter seiner rechten Schulter, da war etwas auf die nächste Ebene gesprungen." Ein Läufer beobachtet während seiner täglichen Parkrunden eine Szene, auf die er sich keinen Reim machen kann. Hat ein Vater seinen Sohn entführt oder war es ein Fremder? Nach einem unfreiwilligen Gespräch mit einer neugierigen Beobachterin läuft er weiter und findet noch heraus, was passiert ist. An welche Version würde man eher glauben wollen? Der 1936 in der New Yorker Bronx geborene Don DeLillo gilt neben Cormac McCarthy, Thomas Pynchon und Philip Roth als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Amerikas. Seit seinem Roman "Weißes Rauschen" aus dem Jahr 1984 ist er auch international als bedeutender Vertreter der Postmoderne berühmt. Der vielfach Ausgezeichnete hat Romane, Theaterstücke und einen Erzählband - mit zwischen 1979 und 2011 entstandenen Geschichten - verfasst. Dem Band ist auch die Erzählung "Der Läufer" entnommen. Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie schloss DeLillo übrigens seinen jüngsten Roman ab. Er heißt "Die Stille" und handelt vom digitalen Systemabsturz. Gestaltung: Stefanie Zussner Präsentation: Antonia Löffler

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias Gestaltung: Stephan Pokorny Felix Mendelssohn Bartholdy hat für sein zweites Oratorium eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Bibel zum Helden gewählt. Er zeigt uns darin Elias in sehr verschiedenen Lebenssituationen. Da ist der Wundertäter, der selbst Tote erweckt, der Eiferer für Jahwe, da ist aber auch der Ermattete, der, da erfolglos, an seiner Sendung verzweifelt. Einzig sein Gottvertrauen ist unzerstörbar. All das lässt uns Mendelssohn Bartholdy in seiner Musik miterleben, in vielen dramatischen wie auch lyrischen Elementen, die vor allem die Bloßlegung der seelischen Zustände zu erreichen trachtet. In einem Mitschnitt vom Festival Musica Sacra 2019 aus dem Dom von St. Pölten musizieren unter der Leitung von Otto Kargl die cappella nova graz, die Domkantorei St. Pölten, das L'Orfeo Barockorchester und eine exzellente Solistengruppe. cappella nova graz. Dokantorei St. Pölten. L'Orfeo Barockorchester Leitung: Otto Kargl Matthias Helm, Elias (Bass). Cornelia Horak Witwe (Sopran) Katharina Riegler, Engel, Knabe (Sopran) Barbara Zidar-Willinger (Sopran) Ida Aldrian, Königin, Engel (Alt) Christina Maria Eder (Alt) Daniel Johannsen, Ahab, Obadjah (Tenor) Maximilian Schnabel (Bass) ORF-CD 3239

11.30 Uhr
Des Cis

mit Rainer Elstner. BEETHOVEN ESSENZIELL DesCis bringt anlässlich des Beethovenjahres 2020 eine wöchentliche Serie unter dem Titel "Beethoven - essenziell". In 250 Sekunden wollen wir immer am Donnerstag versuchen den Menschen, das Werk, die Zeit und die Auswirkungen dieses so herausragenden Künstlers zu beleuchten - zur Feier der 250. Wiederkehr des Geburtstages Beethovens.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Stimmen hören

mit Chris Tina Tengel. Monumentalwerk und Starvehikel: Mendelssohns "Elijah"/"Elias" So wie Händels "Messiah"/"Messias" ist auch Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium "Elijah"/"Elias" eine mehrsprachige Aufführungstradition eingeschrieben, jeweils mit dem "Original" auf Englisch. Mendelssohn, seinem Lebensende nahe, schrieb das Werk für eine der absoluten Starsopranistinnen der Ära, Jenny Lind; blendende Vokalbesetzungen gleichfalls die blendende "Elijah"/"Elias"-Diskographie. Auf Deutsch beginnt's so richtig mit Elly Ameling und Theo Adam in der Titelpartie, auf Englisch mit dem all-star-team Gwyneth Jones - Janet Baker - Nicolai Gedda - Dietrich Fischer Dieskau. Dirigent Eugene Ormandy überrascht mit Shirley Verrett am Besetzungszettel, Richard Hickox mit Rosalind Plowright. Man findet aber auch die Kombination Renée Fleming - Bryn Terfel, und in nicht versiegendem Fluss "historisch informierte" Einspielungen jüngsten Datums, die Mendelssohns Affinität zur Barockmusik unterstreichen.

15.30 Uhr
Moment

Keine stillen Örtchen. Betrachtungen zum WC in der Öffentlichkeit "Müssen" tut jeder Mal. Eine öffentliche Toilette meiden die meisten Menschen trotzdem tunlichst. Der öffentlichen Bedürfnisanstalt, wie sie offiziell heißt, haftet hartnäckig ein schlechtes Image an. Betreiber im öffentlichen Raum haben in den letzten Jahren ihre Strategien geändert, Millionen Steuergelder fließen in Neuerrichtungen und in den laufenden Betrieb. Das Nutzungsverhalten hat sich seither kaum verändert. Was tun, wenn unterwegs die Notdurft ruft und man ein stilles Örtchen braucht? Eine Sendung über Hemmungen, gesellschaftliche Tabuzonen und ein echtes Grundbedürfnis. Gestaltung: Eva Gänsdorfer

15.55 Uhr
Ö1 Kinderjournal

Das Ö1 Kinderjournal "Was ist diese Woche in Österreich, Europa und der Welt passiert?", will Rudi von seinem Kollegen aus der Nachrichtenredaktion, Paul Schiefer, wissen. Gestaltung: Johann Kneihs

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Medizin und Gesundheit

16.40 Uhr
Die Ö1 Kinderuni

Experimente in der Physik Gestaltung: Daphne Hruby Wir sind umgeben von naturwissenschaftlichen Phänomenen, sie begleiten uns auf Schritt und Tritt durch unseren Alltag. Woraus besteht Wasser, woraus Luft? Warum können manche Schiffe auf dem Wasser fahren und andere tief hinab-, dann aber auch wieder hinauftauchen? Physikalische Experimente gehen Fragen wie diesen auf den Grund. Sie beobachten, beschreiben und liefern geistreiche Erkenntnisse. Dafür braucht man keineswegs immer aufwendige Ausrüstung. Eine Plastikflasche, Wasser, ein bisschen Plastilin - und schon lässt sich etwa eine eigene Wolke erzeugen, oder ein U-Boot basteln. Clemens Nagel von der Universität Wien führte den Ö1-Kinderunireporterinnen und -Reportern die Welt der Physik in diversen Experimenten vor Augen und stellte sich anschließend ihren kniffligen Fragen.

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Start der Reihe "Ö1 Jazz Treasures" und Neues aus der Edition "Ö1 Jazz Contemporary" Kurz vor dem Jahreswechsel ist die lang geplante Reihe "Ö1 Jazz Treasures" gestartet, die fortan einmal jährlich bis dato unveröffentlichte Aufnahme-Perlen aus dem ORF-Archiv zugänglich machen soll: Den Anfang macht ein Konzert des legendären kalifornischen Pianisten Dave Brubeck, der am 12. November 1967 im Wiener Konzerthaus und damit erstmals in Österreich gastierte - allerdings in ungewohnter Besetzung: Ohne Altsaxofonist Paul Desmond, der sich zuvor in Hamburg die Nacht um die Ohren geschlagen und die Reise nach Wien nicht angetreten hatte, spielte Brubeck in rarer Trio-Besetzung, mit Bassist Eugene Wright und Schlagzeuger Joe Morello. Und er spielte - ob des unzuverlässigen Paul Desmond - mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Der Qualität der Musik tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil! Bereits seit 2019 existiert die Edition "Ö1 Jazz Contemporary", gewidmet jungem Jazz aus Österreich: Als vierte Veröffentlichung liegt nun das Debüt des Ralph Mothwurf Orchestra vor, geleitet von einem der spannendsten jungen Jazzkomponisten des Landes. Ralph Mothwurf, der 32-jährige Linzer, ist als einer der Köpfe des Projekts "Yasmo Die Klangkantine" um die Wiener Wortvirtuosin Yasmo alias Yasmin Hafedh bekannt. Nun projiziert er seine musikalischen Ideen auf die vielfärbige Leinwand eines 22-köpfigen Orchesters, für dessen Musik er allein verantwortlich zeichnet. Mothwurf überblickt dabei souverän ein reiches Vokabular an kompositorischen Mitteln, das sich aus dem Studium der Musik der klassischen Moderne und zeitgenössischer Tonsetzer/innen ebenso speist wie aus der Jazztradition. Steve Reich steht neben Gil Evans. Eines der österreichischen Jazz-Debüts des Jahres!

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Von der Revolution im Jahr 1848 zu Deutschnationalismus und Antisemitismus mit: Wolfgang Häusler, Historiker und emeritierter Professor an der Universität Wien Gestaltung: Hanna Ronzheimer Die Debatte um rechtsextreme "Einzelfälle" und die Positionierung der FPÖ und der Burschenschaften hat 2020 mit der Parteispaltung ihren Höhepunkt scheinbar überschritten. Um die Wurzeln des Antisemitismus in Österreich zu erforschen, kann man bis ins Mittelalter zurückgehen. Während der Kreuzzüge gab es zahlreiche Angriffe auch auf jüdische Gemeinden in Österreich. Als die Pest grassierte, wurden Juden als Verursacher beschuldigt, sie hätten die Brunnen vergiftet und die Seuche verursacht. Wichtige Weichenstellungen für einen strukturellen Antisemitismus werden jedoch auch im 19. Jahrhundert gelegt. Das Leben und Wirken des österreichischen Politikers und Theologen Dr. Anton Füsters als "Priester der Revolution" von 1848, die wesentlich von Studenten und "Doktoren der Revolution" (H. Heine) getragen wurde, ist hier exemplarisch. Wie konnte es geschehen, dass sich der demokratische Impuls des Sturmjahrs in den Burschenschaften seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in völkisch-rassistischen Deutschnationalismus und Antisemitismus verkehrte? Die Dynamik dieser fatalen Schubumkehr reicht bis in die Gegenwart - es geht um die politische Kultur der Demokratie.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Wer entscheidet eigentlich darüber, ob eine "Mohrenstraße" umbenannt werden muss oder eine Bismarck-Statue um- oder abgebaut wird? Gestaltung: Cornelius Wüllenkemper Vielerorts wird neuerlich verlangt, das öffentliche Gedenken an die Kolonialgeschichte umzugestalten und der Perspektive der Kolonisierten mehr Raum zu geben. In Nord- und Südamerika etwa wurden Statuen von Christoph Kolumbus attackiert. Im südenglischen Bristol holte eine aufgebrachte Menschenmenge das Denkmal des Kaufmanns und Sklavenhändlers Edward Colston vom Sockel und versenkte es im Hafenbecken. In Hamburg wiederum wehrt sich eine Bürgerbewegung gegen die Sanierung des großen Bismarck-Denkmals im Elbpark und fordert stattdessen die Aufarbeitung von Bismarcks Kolonialpolitik. Auch in Berlin verfolgen verschiedene Initiativen die Umbenennung von Straßen, deren Namen an die deutsche Kolonialgeschichte erinnern. Kritiker monieren, die Forderungen nach einer neuen Gedenkkultur komme einer Säuberung der Geschichte von unliebsamen Erinnerungen gleich. Statt Denkmäler abzureißen und Straßen umzubenennen, müssten diese erklärt und in den zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet werden. Wie wie politisch Erinnerung immer ist, zeigt auch der Streit um eine kürzlich aufgestellte Gedenkskulptur in Berlin, die an das Schicksal der koreanischen "Trostfrauen" im Zweiten Weltkrieg erinnert.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

.diskussionen Das Gesprächsformat am Donnerstag Mit Hintergrundgesprächen, wissenschaftlichen Disputen, interdisziplinären Dialogen, Werkstatt- und Porträtgesprächen, Diskussionen zu aktuellen Themen.

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Tonkünstler-Orchester, Dirigentin: Mei-Ann Chen; Tobias Feldmann, Violine. Samuel Barber: Konzert für Violine und Orchester op. 14 * Antonin Dvorák: Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95, "Aus der Neuen Welt" (aufgenommen am 28. November 2020 im Auditorium, Grafenegg in 5.1 Surround Sound). Präsentation: Gerhard Hafner "Aus der Neuen Welt" klingt es herüber, wenn die taiwanesisch-amerikanische Dirigentin Mei-Ann Chen am Pult steht. Mit seiner neunten Symphonie gelang Antonín Dvorák, was man einen großen Wurf nennt: ein Orchesterwerk von höchster Vollendung, vom Publikum seit seiner Uraufführung 1893 heiß geliebt. Das Largo mit dem klagenden Englischhorn-Solo gehört zu den ergreifendsten langsamen Symphoniesätzen des romantischen Repertoires. Auch Samuel Barber war ein Meister der schwelgenden Melodik. Tobias Feldmann gastiert mit dem zauberhaften Violinkonzert, das der Tonsprache der Spätromantik verbunden ist, erstmals bei den Tonkünstlern. (Tonkünstler-Orchester)

21.00 Uhr
Im Gespräch

"Wie kam es zur Deutschen Einheit?" - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Daniela Dahn, Journalistin und Rainer Mausfeld, Kognitionsforscher Das Jahr 1990 kann als eines der wichtigsten der Nachkriegsgeschichte gesehen werden. Die ostdeutsche Journalistin, Schriftstellerin und Publizistin Daniela Dahn und Rainer Mausfeld, emeritierter Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel mit dem Spezialgebiet Kognitionsforschung widmen sich nach 30 Jahren in ihrem neuen Buch "Tam Tam und Tabu. Die Einheit: drei Jahrzehnte ohne Bewährung" noch einmal kritisch den Geschehnissen rund um die friedliche Revolution und die Deutsche Einheit. Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz erläutern sie, wie und mit welchen Methoden der Großteil der ostdeutschen Bevölkerung den Versprechungen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl vertraut und der Einheit in ihrer heutigen Form zugestimmt haben. Viele DDR-Bürger/innen, davon sind Dahn und Mausfeld überzeugt, wollten eigentlich etwas anderes: einen demokratischen Sozialismus. In ihrem Buch stellen sie dar, warum das nicht gelang und wie sich Menschen in ihrer gesellschaftlichen Willensbildung beeinflussen lassen.

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Ensemble CrossNova: Unlimited Gestaltung: Stephan Pokorny Grenzen gibt es überall und in verschiedensten Formen: Von der Privatsphäre des Individuums über soziale Unterschiede innerhalb einer Gesellschaft bis hin zu geographischen Barrieren und politischen Schlagbäumen. Die Musik jedoch, so hört man, sei eine universelle Sprache und somit eine der wichtigsten Errungenschaften menschlicher Kultur über Grenzzäune und andere Hindernisse hinweg. Bei genauerer Betrachtung lässt aber auch sie sich in eine Unzahl an Genres unterteilen, die dann wiederum weiter beinahe endlos in Subgenres schubladisiert werden - sei es in der Popmusik, sei es in der zeitgenössischen Avantgarde oder auch in der Alpenländischen Volksmusik, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Was in vergangenen Jahren akribisch in Kategorien wie E- und U-Musik getrennt wurde, beginnt sich glücklicherweise zunehmend gegenseitig zu befruchten. Alte Grenzen verschwimmen, neue Musik entsteht. Das vierte Album von CrossNova vereint ausgewählte Werke, die zum zehnjährigen Ensemble-Jubiläum für dieses komponiert wurden, sowie eigene Arrangements und Kompositionen der letzten Jahre. Eben diese Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Stücke wird durch die Gegenüberstellung zum Programm. Groovig, schräg, vertraut, verträumt, virtuos, kurios - mit Werken von K. Schwertsik, M. Rüegg, J. Popr?an, R. Nova u.v.m. Sabine Nova: Violine, Vocals Hubert Kerschbaumer: Klarinette(n), Vocals, Body Percussion Leonhard Eröd: Fagott, Vocals Rainer Nova: Klavier, Vocals Ensemble CrossNova: Unlimited CD Download ORF-CD 3238

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Problemfall: Pensionen. Gerechte Versorgung im Alter (4). Gestaltung: Johannes Gelich Körperwahrnehmung und Selbstkonzept. Wie das Körperbild unser Handeln beeinflusst (4). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Der Erneuerer der Kirchenmusik. Giovanni Pierluigi da Palestrina und der Vatikan (4). Gestaltung: Christina Höfferer

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Stimmen mit Elektronik verwoben: Martina Claussen im Zeit-Ton-Porträt Zum einen ist das Ausdrucksmedium der in Wien lebenden Mezzosopranistin Martina Claussen die Stimme, zum anderen be- und verarbeitet sie diese in ihren elektroakustischen Kompositionen. Ihr unlängst erschienenes Debütalbum "Verwoben" präsentiert eine Musik, bei der Stimme und Elektronik sich gegenseitig bedingen. Anlässlich von "Verwoben" widmet der Zeit-Ton Martina Claussen ein Porträt. Martina Claussen ist klassisch ausgebildete Sängerin und seit 2009 unterrichtet sie als Professorin Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Außerdem studierte sie Komposition an der Linzer Bruckner-Universität. Vor rund zehn Jahren begann sie, sich mit elektroakustischer und akusmatischer Musik zu beschäftigen und seitdem erforscht sie Übergänge und Schnittpunkte zwischen menschlicher Stimme und technisch vermittelter Elektronik. Diese Beziehungen werden mit Feldaufnahmen sowie analogen und digitalen Mitteln ausgelotet, für die Claussen durch ihren musikalisch-kompositorischen Hintergrund bislang ungehörte Zusammenhänge schafft. Claussen arbeitete u.a. mit Franz Koglmann, Dieter Schnebel und Patricia Enigl aka Irradiation und sie ist Mitglied von Thomas Gorbachs The Acousmatic Project, mit dem sie etwa bei der Ars Electronica 2019 vertreten war. Weitere Festivalauftritte waren das Futura (Crest) und das New York City Electroacoustic Music Festival. 2020 wurde Martina Claussen mit dem Publicity Preis der SKE ausgezeichnet. Ihr Solo-Debütalbum "Verwoben" kam im Herbst 2020 auf dem Label Forwind heraus und die Präsentation fand im November bei wienmodern statt. Im Zeit-Ton-Porträt erzählt Martina Claussen von "Verwoben" und weiteren aktuellen Arbeiten. Gestaltung: Heinrich Deisl

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten