Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:04 Uhr HR2

Feature

Es ist durchaus möglich, die Menschen zu lieben, solange man sie nicht näher kennt! | Die amerikanische Südstaaten-Autorin Flannery O"Connor | Manuela Reichart Sie ist eine der großen Südstaatenautorinnen des 20. Jahrhundert: eine glaubensstarke Katholikin mit irischen Wurzeln, aufgewachsen in einem evangelikalen Umfeld. Ihr Werk gehört zweifellos zum literarischen Kanon. Vor 95 Jahren wurde sie geboren.

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel

Abfahrt unterm Hallendach Deutschlands erste Kunstschneepiste wird 20 Jahre alt Von Eduard Hoffmann Fünf Alpin-Skihallen gibt es in Deutschland: zwei in Nordrhein-Westfalen, jeweils eine in der Lüneburger Heide, in Mecklenburg-Vorpommern und in der Lausitz. Die erste eröffnete im Januar 2001 in Neuss am Niederrhein. Sie ist die einzige Indoor-Piste, die bislang nicht in finanzielle Schieflage geraten ist. Durch die Corona-Lockdowns könnte sich das allerdings noch ändern. Die energieintensiven Kunstschneepisten sind ansonsten das ganze Jahr über offen, werden aber im Sommer nur von wenigen Ski- und Snowboardfahrern genutzt. Alle Skihallen entwickelten sich deshalb inzwischen zu kleinen Freizeitparks mit Tagungshotels oder Ferienhäusern. Die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren dennoch nicht gestiegen. Für Einsteiger sind die Hallen oftmals ein willkommener Ort, das Skifahren oder Snowboarden auszuprobieren und zu erlernen. Die Bergverwöhnten vermissen jedoch die langen Abfahrten in freier Natur. Und in Zeiten fortschreitenden Klimawandels bieten Skihallen sicher auch kein nachhaltiges Freizeitvergnügen.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Am Rande des Untergangs vergnügt sich das Kapital Von Joël László Regie: Henri Hüster Mit: Sandra Gerling, Sebastian Hufschmidt, Jirka Zett, Carlo Ljubek, Rafael Stachowiak Komposition: Florentin Berger-Monit und Johannes Wernicke Ton: Kay Poppe Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 86"59 (Ursendung) Wir alle sind Körperteile. Und Körperteile hängen zusammen. Weshalb aber tun unsere Körper sich unaufhörlich schreckliche Dinge an? Ein Hörspiel, das von zwei Idealisten des 20. Jahrhunderts erzählt. Sie versuchen, eine "Utopie der Verständigung" zu skizzieren. Seinen Ausgang nimmt das Hörspiel bei zwei Biografien, die sich 1906 in Bialystok kreuzen. In dieser Stadt im heutigen Ostpolen lebt im 19. Jahrhundert eine jüdische Mehrheit. Auf der Straße verständigt man sich gleichzeitig und nebeneinander auf Russisch, Polnisch, Jiddisch und Deutsch. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg kommt es zu grausamen Pogromen an der jüdischen Bevölkerung. Augenzeugen des Pogroms von 1906 sind ein alter und ein junger Mensch, die für einige Zeit fast gegenüber gewohnt haben: Ludwik Zamenhof und David Kaufmann. Ersterer wird weltberühmt als Erfinder der Plansprache Esperanto. David Kaufman seinerseits nimmt in Moskau den Namen Dziga Vertov an und gilt als ein herausragender Pionier des Stummfilms und des frühen Tonfilms. Seinem Werk "Der Mann mit der Kamera" stellt er ein Manifest voran, das auf eine neue, alle Menschen vereinigende visuelle Sprache zielt. Mit einem Reden und Sehen, das den Menschen zu sich hin und weg von der Gewalt zu führen versucht, spricht sich das Hörspiel in die Gegenwart hinein und denkt nach mit Augen, Ohren, dem Mund, Händen und Gliedern. Joël László, geb. 1982 in Zürich, schreibt Theaterstücke und Prosa und arbeitet als Übersetzer. Er studierte Islamwissenschaft und Geschichte und lebte längere Zeit in Kairo. Hausautor am Theater Basel in der Spielzeit 2017/18. Theaterstücke u.a. "Wiegenlied für Baran" (2013), "Die Verschwörerin" (2018). Weiteres Hörspiel: "ANTE oder der Thunfisch" (BR 2019). Am Rande des Untergangs vergnügt sich das Kapital

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Überall ist Krach Eine Mockumentary Von Mario Willms Niemand kennt Paul Ermann, aber seine Sounds haben die Welt verändert. Obwohl er als Kind für einige Jahre sein Gehör verlor, wurde er einer der einflussreichsten Sounddesigner Deutschlands. Sie sind aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken: der Kassenton im Supermarkt oder das "sprechende" Auto. Der Sounddesigner Paul Ermann war Vordenker vieler akustischer Innovationen. Vom perfekten Klang eines Tischtennisballs bis zum Einwahlgeräusch des ersten Modems. Paul Ermann war von dem Wunsch nach Perfektion getrieben, ohne die soziale Seite unserer hörbaren Welt zu vernachlässigen. Früh erkannte er auch die dunklen Seiten des Internets, machte diese tatsächlich hörbar und brachte sie in unsere Wohnzimmer. Dabei verlor er jedoch nie seinen Humor, schließlich war er Gründungsmitglied des "Dangerous-Sounds-Club", der Ende der Neunziger mit einer Joghurtmaschine auf der Loveparade antrat. Mit Jarii van Gohl, Natalja Joselewitsch, Daniel Spindler, Fabian Kuss, Mauryc Zimmermann, Hannes Husten und als Sportreporter Holger Dahl Produktion: WDR 2020

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

"Von BlackLivesMatter bis Boboismus" - Die junge Comedy-Szene und ihre digitalen Bühnen. Gestaltung: Julia Baschiera "Jeder Generation ihre eigene Satire" - unter diesem Motto stellt CONTRA VertreterInnen der sogenannten Generation Y und Z vor, die ihre Stimmen in erster Linie auf diversen Social Media Plattformen erheben. Die digitalen Medien ermöglichen nicht nur die Selbstermächtigung junger Menschen, sie fungieren in Zeiten der Pandemie zudem als Bühnenersatz. Feminismus, Transgender-Bewegungen, #Blacklivesmatter, das Bildungssystem, Boboismus, Wohlstandsverwahrlosung und allerlei andere Themen werden von jungen SatirikerInnen in ihren Podcasts, auf Facebook und Twitter erörtert. So beweisen beispielsweise Denice Bourbon und Josef Jöchl vom "PCCC", dem ersten queeren Comedy Club Österreichs, dass Humor auch politisch korrekt sein kann. "Peace Joy And Pancakes" heißt der Podcast von Gabriel und Ilkcan, einem Philosophiestudenten und einem angehenden Kommunikationswissenschaftler, die gemeinsam die Freiheit des laut Denkens auskosten und dabei ein Abbild neuer Männlichkeit verkörpern. Ganz und gar phantasievoll gestaltet dagegen das Quartett Bernhard Wagner, Leopold Toriser, Elias Hirschl und Antonia Stabinger seinen surrealen FM4 Comedy-Podcast "Das magische Auge", in dem in erster Linie paranormale Reportagen aus dem Paralleluniversum gesendet werden. So divers dabei die unterschiedlichen Perspektiven sein mögen, verbindet die Generation der jungen Humor-Arbeiter von heute der Wunsch, die ausgetretenen Pfade zu verlassen.

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Voyager 3 Eine Reise durch den radiophonen Raum Von Frank Kaspar und Jochen Meißner Regie: Frieder Butzmann Produktion: SWR 2019 Noch in 450 Millionen Jahren werden die 1977 gestarteten Sonden Voyager 1 und 2 ihre Bahnen durch den Weltraum ziehen und davon künden, dass es einmal eine Zivilisation gegeben hat, die über Kunstformen wie Musik, Klangkunst und Hörspiel verfügte. Die mit Gold überzogene kupferne Datenplatte an Bord beweist es. Aber wem eigentlich? Außerirdischen? Oder der klangkreativen Menschheit selbst? Über 40 Jahre nach dem Start der Sonden stellt sich die Frage: "Was sollen wir überhaupt senden?" "Voyager 3" unternimmt eine Reise durch den Kosmos der Radiokunst, inspiriert von der Ausstellung "Radiophonic Spaces", einem begehbaren Audioarchiv der Hörspielgeschichte aus den letzten 100 Jahren. Voyager 3

Sonntag 20:05 Uhr Bayern 2

Bayerisches Feuilleton

Nieder mit der Hocherotik! Alois Brummers bumsfidele Filmfestspiele Von Joana Ortmann Nur damit wir uns richtig verstehen: Mit Porno hatte das noch nichts zu tun, dieses aus heutiger Sicht rührend unschuldige bayerische Heimat-Erotik-Film-Paradies, das sich Alois Brummer Ende der 1960er schuf. Der geschäftstüchtige Bauernsohn aus Niederbayern hatte einfach die Zeichen der Zeit erkannt und wollte "schönen, sauberen, volkstümlichen Sex" im Kino zeigen. Und so erfand Brummer als Drehbuchautor und Regisseur Figuren, wie sie die Deutschen noch nicht gesehen hatte: Den Grafen Porno von Geilsberg, der zum Frühstück viele Eier isst, damit er nicht schlapp macht. Dr. Fummel mit seinem Stachel, bei dem heiße Bienen nicht lange fackeln. Oder den berühmt berüchtigten Xaver Strammsackel. Und die Frauen? Sind lüsterne Preußinnen oder frühreife Apothekertöchter. Es ist eine Welt, in der Lust und Nacktsein erlaubt sind, aber doch alles seine Ordnung hat. Bis Mitte der 1980er brachte diese bayerische Variante der Lederhosn-Erotik die damals noch ungleich verklemmtere BRD in Wallung und beflügelte die sexuellen Fantasien von Millionen. Dann verschwanden die harmlosen Lustbarkeiten von der Leinwand - der Siegeszug der Porno-Industrie begann. Und heute? Sind Brummer-Filme dank Retro-Trend Kult. BR 2017

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Hörspiel | "Nacht über Dublin" von James Joyce

Bearbeitung von Hans Magnus Enzensberger Durch zehn Stationen führt Hans Magnus Enzensbergers Hörspiel "Nacht über Dublin", das im Wesentlichen auf dem 15. Kapitel, dem sogenannten Circe-Kapitel, des Ulysses fußt. Joyce greift dort erneut die Motive Vater und Sohn, Geburt und Tod, Treue und Verrat, Genie und Niedrigkeit, Lust und Zeugung, Größe und Untergang, Traum und Wirklichkeit auf.

Sonntag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Literatur

Patricia Highsmith zum 100. Geburtstag Requiem für eine Katze Von Holger Teschke Patricia Highsmiths Katze Charlotte erinnert sich an ihre tote Herrin, an die von ihr ersonnenen Figuren und Verbrechen. Nach der Beisetzung der Schriftstellerin Patricia Highsmith am 11. März 1995 wartet ihre Katze Charlotte im Haus in Tegna darauf, zu einer Freundin der Verstorbenen nach Genf gebracht zu werden. Vor einem Bild ihrer Herrin erinnert sie sich an das letzte gemeinsame Jahr, an die kleinen Kämpfe am Tag und an die Nächte, in denen ihr die Todkranke aus den Romanen vorlas. Charlotte erweist sich im Requiem nicht nur als eine scharfsinnige Beobachterin, auch als kritische Kennerin der Werke "Zwei Fremde im Zug", "Der talentierte Mr. Ripley", "Der Schrei der Eule" oder "Das Zittern des Fälschers". Holger Teschke lässt sie die Stimme der Toten heraufbeschwören. Die leeren Räume des Hauses bevölkern sich mit Highsmiths Figuren und deren Verbrechen.

Sonntag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Musikpassagen

Wayne Graham - Tief verwurzelt und der Zukunft zugewandt Von Bernd Gürtler Unschwer zu überhören, dass Wayne Graham ihre Wurzeln in amerikanischer Roots Music haben. Einer strammen Traditionsbewahrung sieht sich die Band um Kenny und Heyden Miles aus Whitesburg, Kentucky dennoch nicht verpflichtet. Das Brüdergespann arbeitet gern mit ostdeutschen Musikern, verdankt seine Karriere jenseits der USA überhaupt dem Engagement des Dresdner Schallplattenlabels K&F Records.

Sonntag 23:05 Uhr BR-Klassik

Musik der Welt

Fiddle, Tin Whistle und Uilleann Pipes Traditionelle Musik von der Willie Clancy Summer School an der Westküste Irlands Von Robert Jungwirth Alljährlich im Juli ist der kleine Ort Miltown Malbay an der irischen Westküste das Zentrum der traditionellen irischen Musik. Dann treffen Musiker aus beinahe allen Teilen der Welt an der Willie Clancy Summer School zusammen, um hier ihre Fertigkeiten auf Instrumenten wie Violine, Akkordeon, Flöte oder Banjo zu verbessern und um mit anderen Lernenden zusammen Musik zu machen. Eine Mischung aus Party, Schule und Konzert kennzeichnet diese alles andere als trockene Summer School - auch weil viele Konzerte und Sessions im Pub stattfinden. Gelehrt werden hier nicht nur Spieltechniken, sondern auch jede Menge Spielfreude, wie sie charakteristisch ist für diese Art Musik ...

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